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Torfverbrauch - Die Gärtner handeln
Aarau (ots) -
Kürzlich wurde in der Tagespresse der Torfverbrauch im Gartenbau
kritisch betrachtet. Unterstützt durch den Branchenverband
JardinSuisse setzen sich die Schweizer Gärtner für eine Reduktion des
Torfverbrauchs ein. Ein einseitiges Torfverbot würde die einheimische
Pflanzenproduktion benachteiligen. Der in der Schweiz eingesparte
Torf würde mit Pflanzen aus dem Ausland eigeführt, die mit Torf
günstiger produziert werden können.
Die Gartenbaubranche unternimmt bereits seit den 90er-Jahren
grosse Anstrengungen, den Torfverbrauch zu reduzieren. Im Garten- und
Landschaftsbau wird praktisch kein Torf mehr verbraucht. In der
Baumschulproduktion wurde der Torfverbrauch massiv reduziert. Die
grösste Baumschule der Schweiz und zahlreiche weitere Betriebe
produzieren heute ohne Torf. Im Internationalen Vergleich ist die
Schweizer Produktion weit fortgeschritten was die Reduktion des
Torfverbrauchs betrifft.
Im Hobby-Gartenbau könnte dagegen problemlos auf Torf verzichtet
werden. Für diesen entwickeln verschiedene Erdeproduzenten
erfolgreich torffreie Substrate. Problematisch sind aber die
importierten Billigerden, die im Handel erhältlich sind. Hier gilt,
je billiger die Erde, desto höher der Torfanteil.
Torf, eine wertvolle Kulturerde
Einzig der Zierpflanzenbau ist vorerst nicht in der Lage, auf Torf
zu verzichten, obwohl dieser ebenfalls Anstrengungen unternimmt, den
Einsatz zu reduzieren. Torf hat einige für die gärtnerische
Produktion wichtige Eigenschaften. Torf ist vor allem eine
unbelastete Substratgrundlage. Sie kann präzise auf eine bestimmte
Kultur eingestellt werden, womit reproduzierbare Kulturbedingungen
geschaffen werden. Als Ersatzstoffe für Torf kommen Grün- und
Rindenkompost, Holzfaserstoffe, Hanf, Kokosfaser, Reisspelzen,
Chinaschilf und anderes mehr in Frage. Alle diese Substrate haben
gegenüber Torf Nachteile. Sie sind nicht einheitlich, fallen während
der Kultur zusammen, haben einen erhöhten Salzgehalt oder binden
Stickstoff und verlangen deshalb erhöhte Stickstoffgaben.
Herkunft und Nutzung von Torf
In Europa werden 17 Mio. m3 Torf in Kultursubstraten verwendet. In
einigen Ländern, besonders in Finnland, Irland und Estland werden
sehr grosse Mengen an Torf in Kraftwerken zur Stromgewinnung
verbrannt, insgesamt 35 Mio. m3. Europaweit wird also mehr als
doppelt soviel Torf verbrannt als Substraten beigemischt.
Zweifelsohne sind Hochmoore sehr wertvolle Naturstandorte. Es ist
deshalb verständlich, dass der Naturschutz den Torfverbrauch
entsprechend in Frage stellt. Richtig ist auch der Hinweis, dass
durch den Abbau von Torf CO2 freigesetzt wird. Den Bedenken wegen des
Moorschutz ist jedoch entgegenzuhalten, dass es in Niedersachsen, wo
am meisten Torf gewonnen wird, es schon seit Mitte des 20.
Jahrhunderts keine intakten Moore mehr gibt, sondern Torfvorkommen
von entwässerten und landwirtschaftlich genutzten Flächen abgebaut
werden, Diese werden anschliessend renaturiert und zu wertvollen
Naturstandorten.
Torfverzicht in der Schweiz
Viele Schweizer Produzenten haben bereits bewiesen, dass sie
bereit sind, den Anteil Torf in ihren Substraten zu reduzieren oder
sogar ganz auf Torf zu verzichten. Torfreduktion oder Torfverzicht
bleiben aber in der Topfpflanzenproduktion problematisch, solange
keine zuverlässigen Ersatzsubstrate verfügbar sind.
Der Verband JardinSuisse setzt sich weiterhin für eine Reduktion
des Torfverbrauchs ein und unterstützt dabei seine Mitglieder. Er
lehnt aber ein einseitiges Torfverbot durch die Schweiz ab. Auch bei
einem Torfverzicht durch die Schweiz wird Torf eingeführt und zwar
zusammen mit den Pflanzen. Die ausländische Produktion kann weiterhin
mit Torf produzieren und hat wegen des Torfverbotes in der Schweiz
einen zusätzlichen Konkurrenzvorteil. Und auch hier gilt: Je billiger
die Pflanze, desto grösser der Torfanteil im Kultursubstrat.
Kontakt:
Dr. Andres Altwegg
Stv. Geschäftsführer JardinSuisse
Tel.: +41/44/388'53'50
E-Mail: a.altwegg@jardinsuisse.ch
JardinSuisse
Unternehmerverband Gärtner Schweiz
Bahnhofstrasse 94
E-Mail: info@jardinsuisse.ch
Tel.: +41/44/388'53'00
Fax: +41/44/388'53'40
Internet: www.jardinsuisse.ch
Original-Artikel:
http://www.presseportal.ch/de/pm/100016540/100717837/torfverbrauch-die-gaertner-handeln/api
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